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Nuklearer Notfall

Wann die Jodblockade sinnvoll ist – und wann nicht

Viele Menschen haben aktuell Sorge vor einer nuklearen Notfallsituation und fragen in Apotheken nach Jodtabletten. Die selbstständige Einnahme ist aber keinesfalls ungefährlich. Was PTA und Apotheker den Patienten raten können.
Juliane Brüggen
02.03.2022  15:00 Uhr

Der Krieg in der Ukraine macht vielen Menschen Angst – nicht zuletzt fürchten sich viele vor einem nuklearen Notfall. Geschürt wird die Angst zum einen durch die von Präsident Wladimir Putin angeordnete Alarmbereitschaft der russischen Atomstreitkräfte und zum anderen durch die Kampfhandlungen in der Ukraine. Das unter Beschuss stehende Land betreibt an vier Standorten insgesamt 15 Kernreaktoren. Auch der Katastrophen-Reaktor von Tschernobyl befindet sich auf ukrainischem Gebiet, das Sperrgebiet wurde von russischen Soldaten besetzt. Zudem wurden bei russischen Angriffen Lager für radioaktive Abfälle in Kiew und Charkow getroffen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beobachtet die Lage genau und gibt aktuell Entwarnung: »Radiologische Auswirkungen auf Deutschland sind nach dem Stand der verfügbaren Informationen nicht zu befürchten«, heißt es beim BfS. Es sei nicht davon auszugehen, dass radioaktive Stoffe in erhöhtem Maße freigesetzt wurden.

Trotzdem bekommen Apotheken die Unsicherheit der Menschen durch eine erhöhte Nachfrage nach Jodtabletten zu spüren. Denn: Im Notfall kann von außen zugeführtes, nicht-radioaktives Jod die Schilddrüse sättigen und damit verhindern, dass radioaktives Jod (chemisch Iod 131 oder 131I) gespeichert wird (Jodblockade). Das schützt vor Schilddrüsenkrebs. Was viele nicht wissen: Die Einnahme von hochdosiertem Jod birgt Risiken und sollte keinesfalls prophylaktisch oder ohne Anweisungen der Katastrophenschutzbehörden erfolgen. Im Folgenden die wichtigsten Punkte zur Jodblockade:

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