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Erhöhte Blutwerte

Wann Leberwerte Grund zur Sorge sind

Erhöhte Leberwerte sind ein häufiges Phänomen, das allein in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen betrifft. Ob eine abwartende Haltung vertretbar ist oder weitere Untersuchungen folgen sollten, entscheidet sich anhand des Musters der Auffälligkeiten.
Carina Steyer
02.08.2022  11:30 Uhr
Wann Leberwerte Grund zur Sorge sind

Viele Lebererkrankungen beginnen schleichend und verursachen lange Zeit keine eindeutigen Symptome. Um zu verhindern, dass sie erst erkannt werden, wenn bereits Spätfolgen eintreten, kommt der Früherkennung eine wichtige Rolle zu. Viele Mediziner lassen deshalb im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen die Leberwerte mitbestimmen. Sie geben Aufschluss über die Syntheseleistung der Leber und können anzeigen, ob bereits eine Leberschädigung oder eine Galleabflussstörung vorliegt.

Zu den wichtigsten Parametern in Bezug auf den Grad der Leberschädigung gehören die Transaminasen. Hierbei handelt es sich um Enzyme, die bei der Zerstörung von Zellen ins Blut freigesetzt und dort nachgewiesen werden können. Berücksichtigt werden muss, dass nicht alle Transaminasen leberspezifisch sind. So kommt die Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT) (auch: Aspartat-Aminotransferase, AST) neben der Leber auch in der Skelett- und Herzmuskulatur vor. Die Gamma-Glutamyltransferase (GGT) findet sich zusätzlich in den Zellen von Bauchspeicheldrüse und Niere. Als Cholestaseparameter gibt sie gemeinsam mit der Alkalischen Phosphatase (AP) zusätzlich Hinweise auf das Vorliegen einer Galleabflussstörung. Lediglich die Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) (auch: Alanin-Aminotransferase, ALT) ist leberspezifisch und ausschließlich nach der Zerstörung von Leberzellen nachweisbar.

Neben den Transaminasen und den Cholestaseparametern werden in der Laboruntersuchung der Albumin-, Bilirubin- und Cholinesterase-Wert bestimmt. Sie lassen Aussagen über die Leberfunktion zu. Auch eine Einschätzung der Schwere der Leberschädigung ist mit Hilfe der Blutuntersuchung bereits möglich. Genutzt wird dafür der De-Ritis-Quotient (GOT/GPT-Ratio). Liegt er über eins, deutet das auf eine schwerwiegende Leberschädigung mit vermehrter Freisetzung von GOT hin. Ein Wert unter eins spricht für einen geringeren Schaden. Als Beispiel: Bei einer Leberzirrhose liegt der De-Ritis-Quotient meist über eins, bei einer alkoholischen Fettleber über zwei.

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