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Risiko Zeckenstich

Wann und für wen eine FSME-Impfung sinnvoll ist

Vor Zecken schützt man sich, indem man beim Wandern in der Natur lange Hosen trägt, die in die Socken gestopft sind, sagt Dobler. Der Stoff sollte hell sein, damit man die Tierchen gut erkennt, falls sie auf dem Hosenbein krabbeln. Nach dem Ausflug gilt: gründlich den Körper absuchen. Findet man eine Zecke, die sich festgesaugt hat, sollte man sie sofort entfernen. So sorgt man dafür, dass – falls sie welche in sich trägt – möglichst wenige Viren übertragen werden.

Wie hoch ist das FSME-Ansteckungsrisiko in Risikogebieten?

Das lässt sich nicht ganz genau sagen; während manche Regionen mehr Fälle melden, sinken sie in anderen Regionen erheblich. Insgesamt, so Experten, liegt die Wahrscheinlichkeit einer FSME-Infektion nach einem Zeckenstich in einem Risikogebiet bei 1:50 bis 1:100.

2020 gab es in Deutschland einen neuen Höchststand an gemeldeten Fällen seit Beginn der Erfassung 2001. Mehr als 700 Menschen sind an FSME erkrankt. Unter anderem gab es im vergangenem Jahr eine extrem hohe Zeckenzahl und auch eine extrem hohe Durchseuchung der Zecken mit den Viren. Dazu kommt, dass die Menschen wegen Corona vermehrt in der Natur unterwegs waren, wie Dobler erläutert.

Auch in Österreich, der Schweiz und Tschechien seien vergangenes Jahr extrem hohe Fallzahlen berichtet worden, sagt Dobler. Anders sah die Situation in den baltischen Staaten, Skandinavien und Polen aus: In den Ländern seien die Zahlen nahezu konstant geblieben.

Wie äußert sich FSME?

Oftmals verläuft eine FSME mild. Doch die Landesärztekammer Baden-Württemberg warnt: Das Risiko für eine schwere Erkrankung sei immer gegeben. In der ersten Phase der FSME habe man häufig grippeähnliche Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit. Später könne eine Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks folgen. Atemlähmungen, Lähmungen an Armen und Beinen und Schluck- und Sprachstörungen seien ebenso möglich, teils blieben dauerhafte Folgeschäden. In wenigen Fällen könne FSME tödlich verlaufen.

Wie lässt sich FSME behandeln?

Nur symptomatisch, um zum Beispiel das Fieber zu senken. Medikamente gegen die krankheitsauslösenden Viren gibt es nicht.

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