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Kleiner Pieks, große Wirkung

Warum Impfen in der Pandemie so wichtig ist

Die Pneumokokken-Impfung schützt laut RKI nicht vor Covid-19. Allerdings können Infektionen mit diesen Bakterien zu schweren Lungenentzündungen und Blutvergiftungen führen. Das RKI geht bisher davon aus, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch diesen Erreger bei Patienten mit Covid-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen seien bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation.

Aktuell ist ein Pneumokokken-Impfstoff (Pneumovax 23) in Deutschland allerdings nur eingeschränkt verfügbar. Daher sollen zurzeit vorrangig Menschen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für diese Erkrankung haben. Dazu zählen Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und ältere Menschen ab 60, die in den vergangenen sechs Jahren nicht gegen diesen Erreger geimpft wurden. Auch Menschen, die an chronischen Krankheiten der Lunge oder des Herzens, an einem insulinpflichtigen Diabetes oder an bestimmten neurologischen Krankheiten leiden, haben ein erhöhtes Risiko und sollten sich impfen lassen.

Die Nachfrage nach Pneumovax 23 sei im Zusammenhang mit der Pandemie weltweit und auch in Deutschland stark gestiegen, sagt Ariane Malfertheiner, Sprecherin des Herstellers MSD. In der Bundesrepublik seien im Jahr 2019 rund 1,2 Millionen Dosen auf den Markt gegangen. Im Jahr 2020 plane das Unternehmen 2,5 Millionen Dosen, 2021 rund 2,6 Millionen Dosen. Die Produktion von Impfstoffen sei sehr komplex und könne bis zu 36 Monate in Anspruch nehmen. Nur in Ausnahmefällen könnten Bestände zwischen Ländern umgeschichtet werden. Anfang Mai sei es dem Unternehmen gelungen, 320.000 Dosen Pneumovax 23 aus Japan zu importieren und dem deutschen Markt zur Verfügung zu stellen.

»Alle Hersteller von Pneumokokken-Impfstoffen haben dieses Jahr aufgrund des großen Bedarfs zusätzliche Impfstoffdosen auf den deutschen Markt gebracht«, sagt PEI-Präsident Cichutek. Da ein Hochfahren der Produktion Monate dauere, könne es aber noch eine Weile immer wieder zu vorübergehenden Engpass-Situationen kommen.

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