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E-Rezept

Was ändert sich für PTA?

Bleibt PTA die Selbstständigkeit in ihrer Arbeit an Rezepten auch mit Einführung des E-Rezeptes erhalten? Diese Frage stellt sich derzeit, denn PTA werden keinen sogenannten Heilberufsausweis (HBA) erhalten, mit dem Apotheker und Pharmazieingenieure ab dem 1. Januar 2022 alle veränderten E-Rezepte signieren müssen. Es scheint aber eine technische Lösung zu geben.
Isabel Weinert
12.07.2021  09:54 Uhr

Die Einführung des E-Rezepts wird Apothekern und PTA vieles erleichtern: keine Eingabe einer PZN oder des Präparatenamens mehr, keine Kontrolle des Rezeptdatums, der Arztunterschrift, et cetera. Das Verfahren in der Apotheke ist einfach: Die Apothekenteams müssen lediglich die DataMatrix-Codes des E-Rezept-Ausdrucks für jedes von drei möglichen Präparaten einzeln abscannen oder alle Einzel-Verordnungen gemeinsam aufrufen, indem sie den großen DataMatrix-Code in der oberen, rechten Ecke des Ausdrucks scannen. Damit ist klar: Während die Möglichkeit für Teillieferungen mit dem derzeit noch verwendeten rosa Rezeptformular nicht funktioniert, wird dies mit dem E-Rezept möglich sein.

Das neue, digitale Verordnungssystem wird derzeit in Berlin/Brandenburg getestet, bevor es am 1. Januar 2022 in ganz Deutschland bundesweit eingeführt werden soll. Für die Apothekenteams – auch für PTA – gibt es aber noch einige offene Fragen. Eine davon: Was ist mit der Selbstständigkeit der PTA im Hinblick auf Rezeptkorrekturen nach Rücksprache mit dem Arzt? Wie beeinflusst das neue Vorgehen diesen Prozess?

Was dürfen PTA nach Einführung des E-Rezepts noch?

Hintergrund: Ab 1. Januar 2022 brauchen auch angestellte Apotheker und Pharmazieingenieure einen elektronischen Heilberufsausweis (HBA). Dieser legitimiert sie zum Umgang mit dem E-Rezept. Für PTA ist solch ein Ausweis nicht vorgesehen. Was dürfen sie dann noch? Diese Frage stellte PTA-Forum der vom Bundesgesundheitsministerium kontrollierten Gematik, die gesetzlich damit beauftragt wurde, die technischen Komponenten des E-Rezept-Systems zur Verfügung zu stellen.

Die Antwort bringt Klarheit und macht deutlich, dass PTA auch mit Einführung des E-Rezepts keine Befugnisse beschnitten werden – allerdings auch keine neuen hinzubekommen: »Die Einführung des E-Rezepts ändert nichts an den Befugnissen/Berechtigungen von PTA im Vergleich zum heutigen Prozess. PTA können E-Rezepte verarbeiten und auch weiterhin Arztrücksprachen im System dokumentieren«, so die Gematik. Allerdings muss diese Dokumentation, beziehungsweise Änderung am Abgabe-Datensatz durch den HBA des Apothekers signiert werden. Dieser Signaturvorgang könne aber in einem separaten Arbeitsschritt erfolgen. Für diese Rezeptkontrolle habe der Apotheker bis zum Ende des nächsten Werktages Zeit, gibt die Gesellschaft an.

Heißt konkret: PTA dürfen natürlich weiterhin Rücksprache mit den Ärzten halten und mögliche Rezeptänderungen vermerken. Statt wie bisher auf dem Muster-16-Formular vermerken sie diese Änderungen dann direkt in der Warenwirtschaft, in der die E-Rezepte abgebildet werden. Der Apotheker muss diese Kommentare dann prüfen und mit seinem HBA freigeben, damit die Rezepte zur Abrechnung an die Rechenzentren weitergegeben werden können.

Keine Kompetenzbeschneidung

Auch die ABDABundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sieht keine Kompetenzbeschneidungen für PTA: »Eine abzeichnungsberechtigte PTA kann nach wie vor Rezeptänderungen vornehmen, Rücksprachen mit dem Arzt halten, et cetera. Allerdings ist § 17 Abs. 6 einzuhalten, das heißt, auch das E-Rezept ist bei Rezeptänderungen vor der Abgabe einem Apotheker vorzulegen. Der Apotheker als HBA-Inhaber kann dann direkt oder zu einem späteren Zeitpunkt die QES setzen.« Grundsätzlich gelte beim E-Rezept sowohl für Rezeptänderungen als auch für die Abgabe ohne Änderung, dass durch den Apothekenleiter die Rückverfolgbarkeit zum jeweiligen Bediener und deren Dokumentation sicherzustellen sei. Dies müsse grundsätzlich durch die Apothekensoftware umgesetzt werden, so die ABDA.

Wie die Verarbeitung des E-Rezeptes konkret in der Warenwirtschaft aussieht, hat die Pharmazeutische Zeitung (PZ) erst kürzlich in ihrem Online-Interview-Format »PZ Nachgefragt« dargestellt.

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