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Spekulationen um Putin

Was Äußerlichkeiten über unsere Gesundheit verraten – und was nicht

Einordnen der Merkmale braucht Erfahrung

Aus Körperhaltung, Motorik, Geschwindigkeit der Bewegung oder dem Gesichtsausdruck könne man durchaus Indizien für Krankheiten ableiten, sagt auch Allgemeinmediziner Manfred Imbert. Aber: »Man hat damit nie eine Gewissheit, sondern zunächst nur eine Wahrscheinlichkeit.« Und es brauche einige Erfahrung, um äußerliche Auffälligkeiten oder sichtbare Veränderungen einordnen zu können, die dem Laien wohl in der Regel fehlen dürften, wie der niedergelassene Arzt aus Alsdorf bei Aachen zu Bedenken gibt. »Wenn ein Auto qualmt und klappert, weiß auch der Laie, dass etwas nicht stimmt, aber eben noch lange nicht, was genau da nicht stimmt.«

Bei vielen Erkrankungen gebe es eine ganze Reihe von möglichen Symptomen, die aber zugleich auch zu mehreren anderen Störungen passen würden. Beispiel: »Nicht jedes Zittern ist Parkinson.« Hingegen könnten ein starrer Gesichtsausdruck, verzögerte Reaktion oder Schwindel sehr wohl auf Parkinson hindeuten. Auch beim Schlaganfall verhalte es sich mit den äußeren Indizien ein bisschen so »wie bei einem Chamäleon«, das seine Körperform und -farbe stark verändern kann. Je nach Länge der Durchblutungsstörung im Gehirn und je nach betroffenem Areal könne es mal zu Lähmungserscheinungen kommen, mal zu Gefühlsstörungen, in anderen Fällen würden Sprachstörungen ausgelöst, erläutert Imbert.

»Prinzipiell ist es hochwichtig, dass man bei sich, dem Partner, nahestehenden Personen auf äußere Merkmale und Veränderungen achtet. Selbstbeobachtung kann eine wichtige Vorbeugung sein«, betont Imbert etwa mit Blick auf Muttermale oder Knötchenbildungen unter der Haut. Schilddrüsenkrebs – zurück zu Gerüchten um Putin – sei äußerlich nicht zu erkennen, es sei denn, es gebe dicke Knotenbildungen am Hals im fortgeschrittenen Stadium. Ohnehin hält es der Mediziner für »unzulässig«, aus Videoclips auf bestimmte Krankheiten schließen zu wollen. »Eventuell kann man sehen, dass was nicht in Ordnung ist, aber darüber hinaus wäre alles im Reich der Spekulationen anzusiedeln.«

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