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Was bedeutet Abzeichnungs- und Beratungsbefugnis?

PTA arbeiten unter Aufsicht, bestimmte Befugnisse kann ein Apothekenleiter aber auf sie übertragen. Bekannt sind vielen sicherlich die Abzeichnungsbefugnis oder die Informations- und Beratungsbefugnis. Was heißt das aber genau?
Juliane Brüggen
28.10.2021  16:30 Uhr

Was die Abzeichnungsbefugnis für PTA genau bedeutet, ist in § 17 Abs. 6 der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) festgelegt. Zunächst sind dort die Angaben definiert, die eine Apotheke bei jeder Abgabe von Arzneimitteln auf einem Rezept machen muss:

  1. Name oder Firma des Apothekeninhabers und deren Anschrift
  2. Namenszeichen des Apothekers, des Apothekerassistenten, des Pharmazieingenieurs oder des Apothekenassistenten, der das Arzneimittel abgegeben, oder des Apothekers, der die Abgabe beaufsichtigt hat
  3. Datum der Abgabe
  4. Preis des Arzneimittels
  5. Pharmazentralnummer (PZN)

Für das Namenszeichen ist aber eine Ausnahme vorgesehen: Der Apothekenleiter kann das Abzeichnen der Rezepte auf PTA übertragen. Erhält eine PTA diese Befugnis, ist dies schriftlich zu dokumentieren.

Weiter ist hier geregelt, dass PTA das Rezept in bestimmten Fällen einem Apotheker vorlegen, bevor sie die verordneten Arzneimittel abgeben – zum einen, wenn das Rezept einen »erkennbaren Irrtum« enthält, nicht lesbar ist oder sich sonstige Bedenken ergeben (§ 17 Abs. 5 Satz 3 ApBetrO) und zum anderen, wenn die Verordnung nicht in der Apotheke bleibt (Privatrezepte). In allen anderen Fällen sollten PTA dem Apotheker das Rezept laut ApBetrO »unverzüglich« nach der Abgabe vorlegen.

Das PTA-Reformgesetz, das zum 1. Januar 2023 in Kraft tritt, wird die Pflicht zur Vorlage von Rezepten für einige PTA lockern. Apothekenleiter können PTA dann unter bestimmten Bedingungen und für definierte pharmazeutische Tätigkeiten von der Aufsicht entbinden.

Was ändert sich, wenn das E-Rezept kommt?

Beim E-Rezept ersetzt eine elektronische Signatur das handschriftliche Namenszeichen. Der Apothekenleiter muss dabei sicherstellen, dass die Signatur der unterschreibenden Person und ihrer Dokumentation zugeordnet werden kann. Laut Gematik benötigen PTA keinen elektronischen Berufsausweis zum Abzeichnen. Sie können die Signatur mit der SMC-B-Karte auslösen, die dauerhaft im Kartenterminal steckt und die Verbindung zur Telematik-Infrastruktur (TI) herstellt. Wer die Signatur gesetzt hat, könne anhand des Warenwirtschaftssystems nachvollzogen werden, so die Gematik. Dieses identifiziere den Benutzer und protokolliere alle Eingaben.

Korrekturen oder Ergänzungen auf dem Rezept zeichnet ein Apotheker ab, so steht es in § 17 Abs. 5 Apothekenbetriebsordnung. Im Falle des E-Rezepts nutzen Apotheker hierfür ihren elektronischen Heilberufsausweis (HBA). Diese Art der Signatur heißt qualifizierte elektronische Signatur. Für das Abzeichnen der geänderten oder ergänzten E-Rezepte haben Apotheker laut Gematik bis zum Ende des nächsten Werktages Zeit. In welchen Fällen konkret eine Signatur mit dem HBA anfällt, haben der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband im Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung festgehalten. Dazu gehören:

  • Korrekturen von Rezeptangaben oder Ergänzungen fehlender Angaben (nach § 6 Abs. 2c Rahmenvertrag)
  • Dokumentation des dringenden Falles
  • Dokumentation pharmazeutischer Bedenken
  • Dokumentation der Abgabe eines Wunscharzneimittels
  • bei Entlassrezepten zusätzlich: Korrektur der Reichdauer von Rezepturen oder sonstigen Produkten, die in die Arzneimittelversorgung einbezogen sind (zum Beispiel Medizinprodukte, Teststreifen oder Verbandstoffe).
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