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Mund-Nasen-Schutz 

Was es beim Sport mit Maske zu beachten gilt

Wer in Zeiten der Corona-Krise außerhalb der eigenen vier Wände Sport treiben möchte, muss sich an gewisse Sicherheitsmaßnahmen halten. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Fitnessstudio ist sinnvoll, beim Laufen im Freien jedoch nicht unbedingt notwendig – diesen und weitere Ratschläge gibt der Sportmediziner Professor Dr. Stefan-Martin Brand vom Uniklinikum Münster.  
PZ
13.05.2020  18:00 Uhr
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»Da beim Krafttraining genauso viel Luft wie beim Training auf dem Laufband ausgestoßen und verbreitet wird, sind Corona-Schutz-Masken in den zumeist engen Trainingsräumen auf jeden Fall sinnvoll«, betont der Sportmediziner im Rahmen eines Interviews auf der Homepage des Universitätsklinikums Münster (UKM) zur voraussichtlichen kommenden Maskenpflicht auch in Sportstudios, wenn diese wieder öffnen.

Bei längeren Trainings-Aufenthalten empfehle es sich, stets mehrere Masken dabei zu haben und diese zwischendurch – abhängig auch von der Schweißentwicklung – immer mal zu wechseln. »Eine durchnässte Maske bietet nicht nur keinen Schutz, sondern ist auch Nährboden für Bakterien«, warnt Brand. »Wenn der Mund-Nasen-Schutz feucht ist, sollte man ihn definitiv wechseln«, hebt er hervor. Auch der Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände komme mit Blick auf den Schutz vor Covid-19-Infektionen große Bedeutung zu. Es lägen zurzeit noch keine Erfahrungen hinsichtlich der Unterschiede zu Sport mit OP- oder Stoff-Masken beziehungsweise ein- oder doppellagigen Modellen vor. »Was besser ist, da gibt es überhaupt keine Daten. Das muss jeder selbst ausprobieren«, so lautet Brands Rat.

Stichwort »Joggen«: Es empfehle sich, mit Maske – egal ob auf dem Laufband oder im Freien – weniger schnell zu laufen und die Trainingszeit insgesamt kürzer zu halten. Auch sei es zielführend, im Freien weniger stark frequentierte Strecken zu nutzen, sodass Laufen ohne Mundschutz möglich ist. Brand: »Wenn Sie allein im Feld sind, dann können sie ohne Maske laufen, das macht auch mehr Spaß.« 

Maske hat keinen Einfluss auf Sauerstoffzufuhr

Keinesfalls könne das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Trainingseffekte erhöhen. »Auch wenn einige Sportler denken, dass man mit der Maske ein Höhentraining imitieren kann. Da ist die Studienlage klar: Das funktioniert nicht«, konstatiert der Direktor des Instituts für Sportmedizin am UKM. Zwar bestehe subjektiv oftmals der Eindruck, Masken erschweren das Atmen. Doch sei es »nicht wirklich so, dass weniger Sauerstoff ankommt. Gefahren existieren somit nicht«, macht Brand deutlich.

Sport ist auch in Corona-Zeiten eine sinnvolle Sache. Das Institut für Sportmedizin warnt vor mangelnder Fitness, da diese zur Gesamtsterblichkeit beitrage. Körperliche Inaktivität werde von der WHO als prominenter Risikofaktor eingestuft. Dabei seien Herz-Kreislaufkrankheiten Todesursache Nummer 1 in Europa. Für körperlich inaktive Personen ergäbe sich bei Berücksichtigung aller Risikofaktoren ein fast zweifach erhöhtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben. »Körperliche Aktivität ist ein wichtiger Bestandteil der Primärprävention“. 

Betont wird, dass sich bei Personen ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren bereits eine regelmäßige Erhöhung der körperlichen Aktivität zum Beispiel in Form schnellen Gehens à 45 Minuten pro Tag positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken kann. Auch Menschen mit Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Angina pectoris, Herzinfarkt et cetera) in der familiären Anamnese, Nikotinkonsum, Übergewicht und Hypertonie könnten ihr Sterblichkeitsrisiko durch regelmäßige körperliche Aktivitäten reduzieren. Hervorgehoben wird, dass regelmäßige körperliche Aktivität auch in der Sekundär-Prävention zu einer Prognose-Verbesserung führt.

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