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Lebensstilfaktoren

Was hilft, dem zweiten Schlaganfall vorzubeugen

Vitamine nicht unbedarft einnehmen

Die Leitlinie spricht sich dagegen aus, Folsäure mit oder ohne weitere B-Vitamine, die Vitamine A, C, und E oder Vitamin D mit oder ohne Calcium routinemäßig nach einem Schlaganfall einzunehmen. Eine aussagekräftige Studie zur kombinierten Einnahme von B-Vitaminen und Folsäure zur Senkung des Homocystein-Spiegels nach Schlaganfall oder TIA konnte nicht belegen, dass die Supplementation vor erneutem Schlaganfall, Myokardinfarkt oder vaskulärem Tod schützt. Weitere Studien fanden höchstens minimale Effekte auf die Schlaganfallrate.

Eine chinesische Studie zur Primärprävention (CSPPT) zeichnete ein anderes Bild: Hier konnte die Einnahme von Folsäure oder B-Komplex-Vitaminen das Schlaganfallrisiko signifikant senken. Der Effekt der Studie war jedoch vor allem bei niedrigem Folsäure-Spiegel relevant und könne auf die fehlende Folsäureanreicherung der Nahrung in China zurückgehen, heißt es in der Leitlinie. Empfohlen wird stattdessen eine Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil.

Den Body-Mass-Index (BMI) prüfen

Ob Schlaganfall-Patienten an Übergewicht oder Adipositas leiden, sollte laut Leitlinie geprüft werden. Eine klare Empfehlung zum Abnehmen gibt es allerdings nicht. Hintergrund ist das »Adipositas-Paradoxon«, nach dem in Studien eine »unerwartete positive Beziehung zwischen Fettleibigkeit und verbesserter Prognose nach Schlaganfall« festgestellt wurde. Es ist nicht abschließend geklärt, ob das Paradoxon eventuell auf methodische Fehler oder den Einfluss anderer Störgrößen zurückgeht.

Unbestritten ist, dass Adipositas mit gefäßbezogenen Risiken wie Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Entzündungen und Bluthochdruck einhergeht, was wiederum das Risiko für koronare Herzkrankheit und vorzeitigen Tod erhöht. Auch als Risikofaktor für einen ersten Schlaganfall sind Übergewicht und Adipositas nachweislich identifiziert.

Alkoholkonsum begrenzen

Auch wenn es Studien gibt, die einen geringen Alkoholkonsum mit einem erniedrigten Risiko für den ersten Schlaganfall assoziieren, lautet die eindeutige Empfehlung der Leitlinie, den Alkoholkonsum zu limitieren und ihn keinesfalls zur Prävention heranzuziehen. »Alkoholkonsum ist mit einer Reihe von schwerwiegenden Erkrankungen verbunden und kann Abhängigkeit verursachen«, so das Resümee. Männer sollten nicht mehr als zwei Standardgläser pro Tag (20 g/Tag) trinken, Frauen nicht mehr als ein Standardglas (10 g/Tag). Außerdem sollten mindestens zwei Tage pro Woche alkoholfrei sein.

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