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Was kommt nach Omikron?

Alpha, Beta, Gamma, Delta und Omikron – im Moment listet die Weltgesundheitsorganisation WHO diese Coronavirus-Varianten als besorgniserregend auf. Doch der Erreger wird sich weiter verändern. 
dpa
01.02.2022  12:00 Uhr

Das Coronavirus SARS-CoV-2 dürfte sich über kurz oder lang weiterentwickeln – neue Varianten können entstehen. Über deren Eigenschaften lasse sich nur spekulieren, erklärte der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Professor Ralf Bartenschlager, der Nachrichtenagentur dpa. »Die Erfahrung zeigt aber, dass mit der Anpassung eines Virus an seinen Wirt die Pathogenität in der Regel abnimmt.« Pathogenität meint die Fähigkeit, Krankheiten auszulösen. »Das bedeutet nicht, dass dieses angepasste Virus gar keine Erkrankung mehr macht, aber es ist in der Regel weniger krankmachend.« So verbreitet sich die neue Variante Omikron zwar schneller in Deutschland als Delta, verursacht aber Forschern zufolge im Schnitt mildere Krankheitsverläufe.

Professor Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel betonte, es gebe keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Schwere der Krankheit und Übertragbarkeit. Auch allgemeingültige Aussagen zur Evolution der Ansteckungsfähigkeit seien nicht möglich. Dass sich das Coronavirus nach den bisher bekannten und von der WHO als besorgniserregend eingestuften Varianten Alpha, Beta, Gamma, Delta und Omikron weiterentwickeln wird, gilt als ziemlich wahrscheinlich. Zumindest auf lange Sicht sei das durchaus möglich, erklärte Bartenschlager. Das Virus werde sicherlich endemisch und uns damit »erhalten bleiben«.

Der wesentliche Selektionsdruck, dem neue SARS-CoV-2-Varianten jetzt unterliegen, sei die Ausbreitungseffizienz in einer größtenteils immunen Bevölkerung, erläuterte Professor Klaus Überla vom Virologischen Institut am Universitätsklinikum Erlangen. Das heißt: Um zu überleben, muss das Virus Wege finden, dem Infektionsschutz seiner Wirte – also der Menschen – zu entkommen. Dieser Schutz entsteht sowohl durch Impfung als auch infolge einer Infektion. Über Genveränderungen etwa am sogenannten Spikeprotein des Virus kann es hier neue Formen geben. Es sei zu erwarten, »dass weitere sogenannte Immunescape-Varianten entstehen.«

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