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Refluxbehandlung

Was tun bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?

»Sodbrennen in der Schwangerschaft kommt sehr häufig vor. Rund jede zweite werdende Mutter hat vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft darunter zu leiden“, so Privat-Dozentin Dr. Sara Fill Malfertheiner aus Regenburg. Sie diskutierte mit Professor Jürgen Gschossmann und Professor Ahmed Madisch über die »Refluxbehandlung während der Schwangerschaft« auf der Expopharm Impuls.
Christiane Berg
21.10.2020  08:30 Uhr

»Ein gastroösophagealer Reflux ist in der Schwangerschaft sehr häufig zu beobachten und kann die Lebensqualität der werdenden Mutter und somit auch das körperliche und seelische Wohlbefinden des noch ungeborenen Kindes erheblich beeinträchtigen«, betonte die Gynäkologin Malfertheiner und ergänzt: »Es bleibt oft unklar, ob es sich um eine schwangerschaftsimmanente Erscheinung oder um eine schwangerschaftsunabhängige gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) handelt.«

Studien haben gezeigt, dass 18,6 Prozent der Frauen im 1. Trimenon, 25,3 Prozent im 2. Trimenon und 51,9 Prozent im 3. Trimenon über GERD(artige) Symptome und hier vorrangig über Sodbrennen, so Malfertheiner. Als eine Hauptursache hob die Frauenärztin neben dem steigenden intraabdominellen Druck durch das heranwachsende Kind den Abfall des unteren Ösophagussphinktertonus durch den veränderten Hormonstatus während der Schwangerschaft hervor.

Leitliniengemäße Refluxbehandlung

Leitliniengemäß sollte die Therapie der Refluxsymptomatik zunächst mit grundlegenden Modifikationen des Lebensstils, sprich: Gewichtsabnahme, Erhöhung des Kopfendes des Bettes, Vermeidung von Spätmahlzeiten und enger Kleidung sowie Verzicht auf Schokolade, Koffein, scharfe Speisen, Zitrusfrüchte und kohlensäurehaltige Getränke starten.

Halten die Symptome an, so stünden zur medikamentösen Behandlung der ersten Wahl die als unbedenklich geltenden Antazida zur Verfügung. Diese Substanzen wie beispielsweise Aluminium- und Magnesiumhydroxid sowie Calcium-, Magnesium und Kaliumhydrogencarbonat stünden zur Neutralisation der Magensäure zur Verfügung. Auch Sucralfat, sodann Histamin-2-Rezeptorantagonisten wie Ranitidin beziehungsweise Protonenpumpen-Hemmer (PPI) wie Pantropazol oder Omeprazol gehörten zu den gut untersuchten Wirkstoffen ihrer Substanzklasse und stehen zur Verfügung, erläuterte die Referentin.

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