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Zigarettenfrei leben
Weg vom Nikotin

Risiko soziale Situation

Die KiGGS-Daten zeigen aber noch eine weitere Besonderheit. Sowohl Mädchen als auch Jungen aus Familien mit hohem sozioökonomischem Status rauchen seltener als Gleichaltrige mit mittlerem beziehungsweise niedrigem sozioökonomischem Status. Dieser Parameter beinhaltet Angaben der Eltern zu ihrer Schulbildung und zu ihrer beruflichen Qualifikation, zu ihrer beruflichen Stellung und zum Einkommen.

Im Jahr 2018 haben Forscher aus Düsseldorf solche Zusammenhänge bestätigt. Je niedriger das verfügbare Haushaltseinkommen war, desto mehr Menschen rauchten unabhängig vom Alter. In Haushalten mit weniger als 1.000 Euro waren es fast 37 Prozent, verglichen mit 23 Prozent bei Haushalten mit 5.000 Euro und mehr.

Noch offensichtlicher sind die Unterschiede, wenn man die Schulbildung betrachtet. So konsumierten fast 42 Prozent aller Menschen ohne Schulabschluss, 33 Prozent mit Hauptschul- beziehungsweise Realschulabschluss, 23 Prozent mit Fachhochschulreife und 20 Prozent mit Abitur Tabakprodukte.

Einfache Erklärungen für diese Assoziationen gibt es nicht. Bekannt ist nur, dass Stress durch wenig Geld oder Arbeitslosigkeit mit einem stärkeren Suchtverhalten in Verbindung steht. Das betrifft Nikotin und Alkohol gleichermaßen.

Risiko Aroma

Wie sich die Altersstruktur von Rauchern verändern wird, ist derzeit offen. Im Journal of American Medical Association (JAMA) warnen US-Forscher speziell vor aromatisierten Produkten. Dazu zählen Liquids für E-Zigaretten, aber auch aromatisierte Tabaksorten für Wasserpfeifen.

Sie nahmen 11.996 Jugendliche und 26.447 Erwachsene in eine Kohortenstudie auf. 71,9 Prozent der erfassten rauchenden Jugendlichen unter 18 Jahren und 57,6 Prozent der rauchenden jungen Erwachsenen von 18 bis 24 Jahren gaben an, zum Einstieg ein aromatisiertes Tabak- oder Nikotinprodukt konsumiert zu haben, wobei E-Zigaretten und Shisha-Tabake deutlich häufiger als normale Zigaretten genannt wurden. Vor solchen Produkten warnen die Autoren aufgrund ihrer Studienergebnisse.

Risiko Werbung

Außerdem bestätigen wissenschaftliche Studien einen Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung von Tabakwerbung und dem Griff zur Zigarette oder E-Zigarette. Sowohl Gesundheitspolitiker als auch Ärzte und Apotheker fordern deshalb schon lange Einschränkungen.

Nach jahrelangen Diskussionen hat der Bundestag am 2. Juli tatsächlich ein weitreichendes Werbeverbot verabschiedet. Es sieht vor, dass Außen- oder Schaufensterwerbung nur noch bei Geschäften des Fachhandels möglich ist. Auch die Kinowerbung wird stärker eingeschränkt. Werbung für Tabakwaren oder ähnliche Produkte ist nur noch bei Filmen ohne Jugendfreigabe möglich.

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