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Stiftung Warentest

Welche Fieberthermometer sind am besten?

»Fiebermessen muss nicht teuer sein«, meint Stiftung Warentest. Zwanzig Fiebermessgeräte wurden auf Messgenauigkeit, Handhabung, Alltagstauglichkeit und Schadstoffe getestet. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis konnte ein Stabthermometer punkten.
Carolin Lang
31.08.2021  16:00 Uhr

Unter den getesteten Geräten waren acht Stabthermometer sowie drei Ohr-, sechs Infrarot-Stirn- und drei kombinierte Ohr-Stirn-Thermometer. Um die Alltagstauglichkeit der Thermometer zu prüfen, haben zehn Erwachsene bei sich selbst sowie Eltern bei zehn Kindern die Körpertemperatur gemessen. Eine Fachkraft bestimmte die Temperaturen ebenfalls. Die Messung mit Stabthermometern erfolgte oral, die mit Ohrthermometern im Ohr und die mit Kombi-Thermometern und kontaktlosen Infrarot-Thermometern an der Stirn. Unter Laborbedingungen wurde die Messgenauigkeit bei unterschiedlichen Referenz- und Umgebungstemperaturen sowie unmittelbar und 30 Minuten nach 24-stündiger feuchtwarmer und -kalter Lagerung geprüft.

Die Preisspanne der Geräte lag zwischen 3,45 Euro und 86 Euro. Stiftung Warentest meint: »Fiebermessen muss nicht teuer sein«. Die Hälfte der geprüften Stabthermometer messen laut der Verbraucherschutzorganisation zuverlässig für wenig Geld. Bei richtiger Positionierung des Thermometers im Mund, hinten unterhalb der Zunge, lieferte die Methode zuverlässige Werte. Die Messgenauigkeit war bei allen acht Thermometern »sehr gut« bis »gut«. Vier der acht Stabthermometer erhielten für die Temperaturmessung in der Praxis ein »befriedigend«, darunter das preisgünstigste Mivolis Fieberthermometer von der Drogeriemarktkette dm. Die beste Gesamtbewertung gab es für das Stabthermometer Domotherm Rapid von Uebe.

Kalte und warme Speisen oder Getränke können das Messergebnis verfälschen. Von einer Messung in der Achselhöhle rät die Stiftung Warentest wegen hoher Fehleranfälligkeit ab; am präzisesten sei die rektale Messung.

Schadstoffe in der Messspitze

Bei drei der Stabthermometer (von Boso, Geratherm und Aponorm) gab die Messspitze laut Stiftung Warentest Nickel über dem gesetzlich geregelten Grenzwert ab. Eine akute Gefahr bestehe dadurch nicht, aber es könne zu allergischen Reaktionen kommen. »Wer bisher auf Nickel nicht allergisch reagiert hat, muss nicht befürchten, dass sich dies durchs Fiebermessen ändert«, so die Einschätzung der Verbraucherschutzorganisation.

Eine orale oder rektale Aufnahme von Nickel sei laut dem Informationsverbund Dermatologischer Kliniken für solche Personen mit keinem Risiko verbunden. Der Kontakt der Geräte mit der Haut sei zu kurz (etwa 15 Sekunden), um eine Allergie auszulösen. Selbst für Nickelallergiker sei das Risiko für ein Kontaktekzem äußerst gering.

Ohr- und Stirnthermometer im Test

Zur Fiebermessung bei Kindern seien die etwas teureren Ohr- und Stirn-Thermometer meist praktikabler, schreibt Stiftung Warentest und weist darauf hin, das Ohr bei der otalen Messung leicht nach hinten oben zu ziehen. Das begradige den Gehörgang und der Sensor an der Messspitze könne so die Wärmestrahlen des Trommelfells erfassen und die Körpertemperatur messen.

Fast alle Ohrthermometer im Test maßen auf diese Weise zuverlässig. Die Messgenauigkeit war stets »sehr gut« bis »gut«, die Temperaturmessung in der Praxis bei zwei der drei Geräte »gut«. Nur das Domotherm E von Uebe habe trotz hoher Messgenauigkeit im Labor bei der Temperaturmessung in der Praxis widersprüchliche Ergebnisse geliefert und erhielt in dieser Kategorie nur ein »ausreichend«. Der Grund dafür sei unbekannt. Am besten schnitt das Thermoscan 6 von Braun ab.

Kontaktlose Messung ungenauer

Die Messung an der Stirn kann je nach Gerät entweder direkt auf der Haut oder kontaktlos aus etwa zwei bis drei Zentimetern erfolgen. Schweiß und Schmutz auf der Haut sowie Sport und Kälte können die Resultate verfälschen. Stiftung Warentest empfiehlt eine Akklimatisierungszeit von einer halben Stunde. Zwei der drei Ohr-/Stirn-Kombigeräte schnitten insgesamt mit »gut« ab, das dritte wurde wegen fehlendem Kalibrierungsmodus aus der Bewertung genommen.

Auch das kontaktlose Thermogun EG2 Stirnthermometer von Easypix maß durchweg genau und erhielt sowohl in puncto Messgenauigkeit als auch bei der Temperaturmessung in der Praxis ein »gut«. Jedoch schnitt keines der anderen vier kontaktlosen Stirnthermometer in der Gesamtwertung besser als »befriedigend« ab. Auch hier wurde ein Gerät aus der Bewertung genommen.

Unterm Strich gab es in allen Gruppen gute Geräte, die günstigsten bereits ab 6 Euro. Generell gilt: Auf die korrekte Anwendung kommt es an.

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