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Psychische Gesundheit

Weniger Suizide durch Lithium im Trinkwasser?

In psychiatrischen Kliniken wird Lithium schon seit Jahrzehnten zur Stimmungsstabilisierung von depressiven und suizidgefährdeten Menschen eingesetzt. Der Frage, ob sich auch natürlich vorkommendes Lithium im Trinkwasser positiv auf die Psyche auswirkt, ist nun ein Forscherteam in Großbritannien nachgegangen – und bestätigt diesen Zusammenhang. 
Aponet (zou)
03.08.2020  15:00 Uhr

Dazu untersuchten die Wissenschaftler, deren Ergebnisse im Fachmagazin »The British Journal of Psychiatry« veröffentlicht wurden, Studien zum Lithiumvorkommen im Trinkwasser von über 1.200 Orten in Japan, Österreich, den USA, England, Griechenland, Italien und Litauen. Der durchschnittliche Lithiumspiegel lagen zwischen 3,8 und 46,3 Mikrogramm pro Liter (μg/l), wobei einige Gemeinden einen Höchstwert von über 80 μg/l erreichten. Es zeigte sich, dass höhere Lithiumspiegel im Trinkwasser tatsächlich mit niedrigeren Suizidraten in der Region verbunden waren.

»Es erscheint vielversprechend, dass ein höherer Gehalt an Spurenlithium im Trinkwasser die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern kann«, sagte der Epidemiologe Anjum Memon von der Brighton and Sussex Medical School.

Die in der Psychiatrie verwendeten Dosen sind mit mindestens 200 Milligramm pro Tag zwar wesentlich höher (etwa 10.000-fach), und die Nebenwirkungen müssen sorgfältig überwacht werden. Einige Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass auch schon 400 Mikrogramm täglich eine Stimmungsverbesserung bewirken können, und das ist nur etwa 10- bis 100-mal mehr als das im Trinkwasser enthaltene Lithium. Bis heute weiß man noch nicht genau, wie Lithium die Stimmung beeinflusst und seine Suizid-vorbeugende Wirkung entsteht.

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