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Diabetes mellitus

Wenn der Blutzucker in der Pubertät entgleist

Ob beim Sport oder beim Essen: Oft könne es passieren, dass die sowieso bereits frustrierten Kinder und Jugendlichen nicht daran denken, ihre Insulindosis anzupassen. Machen die jungen Erwachenen zudem ersten Erfahrungen in der Liebe, mit Alkohol oder Drogen und quälen sie sich oftmals mit Selbstzweifeln und Konflikten, so könnten entsprechende Vorwürfe der Eltern die Situation noch zusätzlich verschärfen. Es komme zur Ausschüttung von Stresshormonen, die wiederum den Blutzuckerspiegel weiter in die Höhe treiben.

Bekannt sei zudem, dass sich der Übergang der ärztlichen Betreuung vom Kinder- und Jugenddiabetologen in die Erwachsenenmedizin, die sogenannte Transition, oftmals schwierig gestaltet. Mancher junge Erwachsene gehe mitunter jahrelang nicht mehr zum Diabetologen, was fatale gesundheitliche Folgen und Komplikationen nach sich ziehen könne.

Umso mehr Bedeutung, so diabetesDE, kommt der Betreuung, Beratung und Information von Eltern oder Erziehern zu. Seien diese oftmals selbst überfordert, so könnten sie qualifizierte Ansprechpartner am Sorgentelefon der Deutschen Diabetes-Hilfe  finden. Die Organisation betont noch einmal, dass dringend Handlungsbedarf bestehe.

Risikofaktor Übergewicht

Alarmierend sei auch die zunehmende Zahl an Menschen, die schon in jungen Jahren übergewichtig (13 Prozent) beziehungsweise adipös (sechs Prozent) werden und in der Folge an Diabetes mellitus Typ 2 erkranken. Jährlich gäbe es etwa 200 Neuerkrankungen. Die Dunkelziffer sei hoch. Sinnvoll, so die diabetesDE-Deutsche Diabetes Hilfe, könne es deshalb sein, Jugendliche mit Adipositas einem Glukosetoleranz-Test zu unterziehen. Denn auch ein Diabetes mellitus Typ 2 könne unbehandelt zu schweren Folgeerkrankungen führen. Generell müsse der Diabetes-Tsunami dringend zum Stoppen gebracht werden.

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