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Endometriose

Wenn die Periode zur Qual wird

Das »Chamäleon der Gynäkologie«, der Endometriose, macht vielen Frauen das Leben schwer. Wegen unterschiedlichster Symptome vergehen bis zur Diagnose oft viele Jahre. Warum ist so wenig über die häufige Erkrankung bekannt, bei der Betroffene unter starken Schmerzen, unerfülltem Kinderwunsch und Einschränkungen im Alltag leiden?
dpa/PTA-Forum
08.04.2022  13:30 Uhr

Endometriose izählt zu den häufigsten Unterleibs-Erkrankungen bei Frauen und kann alle Menschen betreffen, die ihre Tage bekommen. Dazu können neben Frauen auch Transmenschen zählen und jene, die sich keinem Geschlecht zuordnen. Das Wort Endometrium ist der medizinische Fachbegriff für die Gebärmutterschleimhaut. Bei einer Endometriose siedeln sich gutartige Schleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter an – etwa an den Eierstöcken, der Gebärmutterwand, der Blase oder im Darm. Im Prinzip können sie an jeder Stelle des Körpers wachsen. Wie in der Gebärmutter auch wird diese Schleimhaut mit jedem Zyklus auf- und wieder abgebaut. Dadurch kommt es zu Blutungen in das umliegende Gewebe, was wiederum Reizungen, Entzündungen, Zysten und Verwachsungen verursachen kann.

Ursache für Kinderlosigkeit

Viele Betroffene leiden unter besonders starken Menstruationsschmerzen. Vielen schmerzt auch der Rücken oder andere Körperstellen, oft unabhängig von der Periode. Schmerzen können zudem beim Sex oder auf der Toilette auftreten. Darüber hinaus sind die Regelblutungen meist stark und unregelmäßig. Und wenn Eierstöcke oder Eileiter betroffen sind, kann das zu Unfruchtbarkeit führen. Bei etwa jeder zweiten Frau mit unerfülltem Kinderwunsch stecke eine Endometriose dahinter, schreibt der Berufsverband der Frauenärzte.

Bei Jugendlichen äußert sich die Krankheit häufig durch Schmerzen im Becken, wie britische Forscher herausfanden. Dafür werteten sie Studien zu Beckenschmerzen bei Mädchen aus. Bei fast zwei Dritteln (64 Prozent) jener jungen Menstruierenden, bei denen eine Bauchspiegelung durchgeführt wurde, stießen die Ärzte auf eine Endometriose.

Jahrzehnte bis zur Diagnose

Da die Symptome der Erkrankung so vielfältig seien, vergingen durchschnittlich acht bis zehn Jahre bis zur Diagnose, sagt Anja Moritz von der Endometriose-Vereinigung Deutschland. »Es gibt Betroffene, da hat es teilweise 20 Jahre oder länger gedauert.« Grund dafür sei, dass Betroffene oft nicht ernst genommen würden. Zudem seien die Periode und Menstruationsbeschwerden häufig ein Tabuthema, erklärt die Expertin. Viele Betroffene bekämen aus ihrem Umfeld zu hören, dass Schmerzen zur Regelblutung dazugehörten. Wegen Aussagen wie »Hab dich nicht so« oder »Sei nicht so sensibel« scheuten sich viele einen Arztbesuch. Der Endometriose-Vereinigung Deutschland zufolge sind von der Erkrankung 8 bis 15 Prozent aller Frauen zwischen Pubertät und Wechseljahren betroffen.

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