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Wenn Haustiere Infektionen übertragen

Toxoplasmose gehört zu den häufigsten parasitären Infektionen weltweit. Schätzungen zufolge ist ein Drittel aller Menschen mit dem Erreger infiziert, in Deutschland geht man von einer Durchseuchungsrate von 55 Prozent aus. Gefährlich ist eine Erstinfektion vor allem sechs Wochen vor sowie während der Schwangerschaft, da die Erreger auf das Ungeborene übertragen werden und Fehlgeburten sowie Missbildungen verursachen können. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 15 vorgeburtliche Toxoplasmose-Infektionen gemeldet, wobei Experten von einer viel höheren Dunkelziffer ausgehen.

Katzen gelten als Endwirte für Toxoplasmen, in ihrem Darmepithel findet die geschlechtliche Vermehrung der Parasiten statt. Dabei wird eine umweltresistente Dauerform (Oozysten) gebildet, die in großer Menge mit dem Kot ausgeschieden wird. Experten schätzen, dass bis zu 70 Prozent aller Hauskatzen mit Toxoplasmen infiziert sind. Ein Grund, die Katze in der Schwangerschaft wegzugeben, ist das allerdings nicht. Nicht alle Katzen scheiden zwingend Oozysten aus. Zudem müssen sie eine Reifungsphase durchlaufen, die zwischen zwei und vier Tagen liegt, um infektiös zu werden. Wer die Katzentoilette jeden Tag reinigt, minimiert die Gefahr deutlich. Vorsichtshalber empfehlen Frauenärzte jedoch, während der Schwangerschaft die Reinigung der Katzentoilette besser anderen Familienmitgliedern zu überlassen.

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion meist ohne Symptome. Nach der Aufnahme werden im Darm Parasiten freigesetzt, die sich als Tachyzoiten ungeschlechtlich vermehren und verschiedene Gewebe befallen. Anschließend entsteht eine Ruheform (Bradyzoiten), die in Zysten in Muskeln und Gehirn überdauern. Da nicht nur der Mensch Zwischenwirt sein kann, sind Zysten mit Bradyzoiten mitunter in Fleisch zu finden. Rohes Fleisch sollte deshalb nicht nur für die Katze, sondern auch für Schwangere tabu sein. 

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