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Sonne, Wind und Regen

Wie das Wetter die Gesundheit beeinflusst

Symptomverstärker

Wetterfühligkeit ist somit keine Einbildung, eine eigenständige Krankheit ist sie aber auch nicht. Experten beschreiben sie vielmehr als Symptomverstärker. Hat der Körper bereits mit einem Problem zu kämpfen, gelingen notwendige Anpassungsvorgänge weniger gut und können Beschwerden verschlimmern. Bekannt ist das von entzündlichen und degenerativen rheumatischen Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (sowohl in Verbindung mit hohem als auch in Verbindung mit niedrigem Blutdruck) und Asthma sowie allgemeinen Befindlichkeitsstörungen wie Schmerzempfindlichkeit, Kopfschmerzen, schlechtere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Eine objektive Messung, welche Wetterlage welche Symptome verursachen kann, ist kaum möglich. Angaben zu den Beschwerden stammen vor allem aus Umfragen und beruhen damit auf der subjektiven Einschätzung der Betroffenen. Gelungen ist allerdings der statistische Nachweis, dass einzelne Beschwerden während bestimmter Wettersituationen signifikant zunehmen oder sich verstärken. So wissen Experten inzwischen, dass Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor allem bei warmen, schwülen Wetterlagen und Temperaturanstiegen Symptome aufweisen. Wird es kälter sind Menschen mit Rheuma, chronischen Schmerzen und Asthma betroffen. Föhn, ein warmer trockener Wind, kann Schwindel, niedrigen Blutdruck und Schlafstörungen auslösen und einströmende atlantische Kaltluft für Kopfschmerzen und Gereiztheit verantwortlich sein. Auf die psychische Gesundheit wirken sich vor allem steigende Temperaturen im Frühjahr aus. So kann zum Beispiel weltweit in den Frühlings- und frühen Sommermonaten ein Anstieg der Suizide beobachtet werden. In die Notaufnahmen werden an extrem heißen Tagen verstärkt psychiatrische Patienten eingeliefert.

Jeder Zweite betroffen

In Deutschland sind 50 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass das Wetter ihre Gesundheit beeinflusst. Das zeigt eine repräsentative Befragung des Deutschen Wetterdienstes, die 2013 im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt wurde. 1623 Menschen ab 16 Jahren wurden zu ihren Beschwerden im Zusammenhang mit dem Wetter befragt. Zu den häufigsten genannten Symptomen zählten Kopfschmerzen und Migräne, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen und Schlafstörungen. Knapp 30 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal nicht in der Lage gewesen zu sein, ihrer normalen Tätigkeit nachzugehen.

Bei einer ausgeprägten Wetterfühligkeit, die regelmäßig starke Probleme verursacht, raten Medizin-Meteorologen gezielt gegenzusteuern. Von Berufsgruppen, die viel Zeit im Freien verbringen, weiß man, dass sie wesentlich seltener mit einer Wetterfühligkeit zu kämpfen haben, als Menschen, die sich hauptsächlich in Innenräumen oder klimatisierten Gebäuden aufhalten. Betroffenen wird empfohlen, diesem Beispiel zu folgen. Sport an der frischen Luft oder einfach nur Spazieren gehen und das bei jeder Wetterlage, helfen dem Organismus, sich besser an wechselnde klimatische Verhältnisse anzupassen. Zusätzliche Saunagänge oder Kneipverfahren trainieren die Gefäße und können den Kreislauf positiv beeinflussen. Da äußere Faktoren wie Stress oder Schlafmangel die Wetterfühligkeit verstärken können, sollten Betroffene auf ausreichenden und erholsamen Schlaf achten. Auch Entspannungsverfahren können helfen, mit der Wetterfühligkeit besser umzugehen.

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