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Die Frage nach den Folgeschäden

Wie es Patienten nach Covid-19 geht

Die weitaus meisten Menschen überstehen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 unbeschadet. Nach schweren Krankheitsverläufen kann das anders sein – doch noch ist wenig über das Ausmaß möglicher Folgeschäden bekannt. 
dpa
04.06.2020
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Mehrere Millionen Menschen weltweit haben bis zum jetzigen Zeitpunkt eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden. Die Dunkelziffer gilt als hoch, auch weil SARS-CoV-2 vielfach kaum oder gar keine Symptome verursacht. Wenn die vom Virus verursachte Erkrankung Covid-19 einen schwereren Verlauf nimmt, sind die Patienten allerdings oft nach Wochen noch nicht wieder vollständig genesen. Ist mit lebenslangen Spätfolgen bei Millionen Menschen weltweit zu rechnen?

Noch sei insgesamt wenig über Spät- und Langzeitfolgen einer Corona-Infektion bekannt, sagt Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Erste Erkenntnisse über mögliche neurologische Folgen seien etwa erst in den vergangenen Wochen gesammelt worden. »Die waren vorher so noch nicht bekannt, denn die Erkrankung ist ja noch jung.«

Mit Fortschreiten der Pandemie finden Forscher gerade erst mehr über die Krankheitsverläufe und Folgeschäden bei Covid-19-Patienten heraus. Muster und Zusammenhänge werden erkennbar. Ein Überblick:

Patienten mit mildem Verlauf ohne Krankenhausaufenthalt

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt den Anteil der milden Verläufe auf rund 80 Prozent aller Fälle. Bei den Infizierten, die etwas von dem Virus merken, zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) vor allem Husten (49 Prozent) und Fieber (41 Prozent) zu den häufigsten Symptomen – ähnlich wie bei einem grippalen Infekt.

»Die Patienten, mit denen wir gesprochen haben, berichteten, dass die Symptome mitunter schon sehr heftig waren«, sagt Matthias Kochanek, Oberarzt am Universitätsklinikum Köln. Sie hätten etwa über 10 bis 21 Tage lang angehalten. »Die Dauer fühlte sich bei vielen Patienten länger an als man sie von einer normalen Grippe beispielsweise kennt«, sagt der Intensivmediziner. Noch könne dieser Wert aber nicht als gesichert gelten.

Bekannt ist, dass sich viele Patienten nach einem milden Infektionsverlauf recht zügig wieder fit fühlen. »Die meisten Patienten haben uns danach auch berichtet, dass sie wieder komplett belastbar waren«, so Kochanek. Die Genesung hänge auch vom Einzelfall und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Wenig wissen Mediziner bisher über die Geschmacks- und Riechveränderungen, die einem Teil der Patienten auch bei milden Verläufen auffielen. »Beobachtungsstudien zeigen, dass sich diese Problematik in zwei bis drei Wochen bei der Mehrzahl der Patienten zurückbildet«, sagt der Neurologe Berlit. In etwa 5 bis 10 Prozent der Fälle bleibe die Störung länger bestehen. Dass viele Patienten parallel zu Riechstörungen vermeintlich auch über Veränderungen bei der Geschmackswahrnehmung berichten, könnte laut einer Analyse, an der auch das Universitätsklinikum Dresden beteiligt ist, ein Interpretationsfehler sein. Die meisten der Befragten Covid-Patienten können demnach die vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter und salzig weiter einigermaßen zuverlässig unterscheiden – nicht aber Aromen, für die es ein Zusammenspiel mit dem Geruchsinn brauche.

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