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Russlands Impfstoff

Wie gut ist Sputnik V?

In einer »Zwischen-Analyse« der wichtigen Testphase III mit rund 20.000 Freiwilligen kamen russische Forscher auf eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Die Ergebnisse wurden Anfang Februar 2021 ebenfalls im medizinischen Fachblatt »The Lancet« publiziert. Sie decken sich mit früheren Angaben.

Eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent bedeutet, dass in der geimpften Gruppe 91,6 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als in der Kontrollgruppe. Damit hat Sputnik V demnach eine in etwa gleiche Wirksamkeit wie die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer und eine deutlich höhere als das Mittel von Astrazeneca. Nach Darstellung der Moskauer Behörden funktioniert Sputnik V auch bei der ansteckenderen Variante B.1.1.7. Der Impfschutz war 21 Tage nach der zweiten Impfung aufgebaut.

Wie viel verkauft Russland davon und an wen?

Weltweit 56 Länder hätten Sputnik V zugelassen, wie der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF mitteilt (Stand 24.3.). Dieser ist an der Finanzierung von Sputnik V beteiligt und kümmert sich um die Vermarktung des Impfstoffs.

In der EU ist das Präparat auch ohne Zulassung schon in Ungarn und in der Slowakei im Einsatz, Tschechien und Österreich haben Interesse signalisiert – zur Sorge der EMA: Eine Vertreterin der EU-Arzneimittelbehörde warnte EU-Staaten, noch vor der EMA-Prüfung den russischen Impfstoff einzusetzen. Entscheidende Daten von Geimpften lägen nicht vor, sagte Christa Wirthumer-Hoche im ORF.

Etwa ab Mitte des Jahres könnten in der EU 50 Millionen Menschen mit Sputnik V versorgt werden, wenn die EMA ihre Zustimmung gebe, erklärte RDIF-Chef Kirill Dmitrijew in Moskau. Dabei soll der russische Impfstoff für die EU auch gleich hier produziert werden. Der Preis für eine Dosis wurde zuletzt mit unter 10 US-Dollar (etwa 8,40 Euro) angegeben. Der Handel mit Sputnik V, das ist die Hoffnung der russischen Führung, kann mehr einbringen als der Export von Waffen.

Wie ist in Russland der Stand beim Impfen?

Der Regierung in Moskau zufolge sind bislang erst fünf Millionen Russen geimpft, gerade einmal 3,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das ist im Vergleich zu vielen anderen Staaten sehr wenig, vor allem angesichts dessen, dass Russland neben Sputnik V noch zwei weitere Corona-Impfstoffe entwickelt hat. Zuletzt hatte Russlands Gesundheitsminister Michail Muraschko eine Herdenimmunität in der russischen Bevölkerung bis Ende Juli angekündigt. Wie das gelingen soll, ist unklar. In der russischen Hauptstadt, wo sogar in der Oper oder im Einkaufszentrum geimpft wird, gibt es an jeder Ecke Appelle, sich doch endlich den Piks zu holen.

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