PTA-Forum online
Vernebelte Sicht

Wie Rauchen den Augen schadet

Auch das Risiko der zweithäufigsten Erblindungsursache, des Glaukoms oder Grünen Stars, ist bei Rauchern um 88 Prozent erhöht. Hierbei sind Dauer und Intensität des Zigarettenkonsums entscheidend. Das Risiko kann auf 25 Prozent gesenkt werden, vorausgesetzt Betroffene schaffen den Ausstieg möglichst früh. Beim Grünen Star wird der Sehnerv geschädigt, häufig durch einen Anstieg des Augeninnendrucks. Dieser kann zum Beispiel durch eine Störung des Kammerwasserabflusses entstehen und tritt bei Rauchern vermehrt auf.

Darüber hinaus klagen Raucher häufig über gerötete, entzündete, brennende und schmerzende Augen, gelegentlich mit Fremdkörpergefühl. Diese Symptome des Trockenen Auges treten durch eine veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms auf, weshalb das Auge nicht ausreichend benetzt wird. Der Rauch selbst ist hier der Verursacher. Dieselben Probleme treten auch beim Dampf von E-Zigaretten auf, weshalb auch diese keine Alternative darstellen. Linderung schaffen künstliche Tränen in Form von Augentropfen und -gelen (zum Beispiel Hylo Comod® Augentropfen, Bepanthen® Augentropfen, Artelac® Augentropfen). Rauchen erhöht ebenso das Risiko einer Linsentrübung um ein Drittel. Diese Krankheit wird Katarakt oder Grauer Star genannt und trübt das Gesichtsfeld.

Schäden der Sehzellen lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen. Dennoch lohnt der Rauchstopp in jedem Fall und zu jeder Zeit. PTA und Apotheker können hier entsprechend beraten. Neben der einfachen Nikotinersatztherapie sind bei langjährigen Rauchern, denen der Stopp schwerfällt, auch psychologisch und medizinisch begleitete Entwöhnungsprogramme sehr erfolgreich.

Besser vorsorgen

Schäden an den Augen bleiben lange unbemerkt und Probleme wie Sehstörungen treten meist schleichend auf. Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt können helfen, solche Veränderungen am Auge möglichst früh zu erkennen. In der Regel gilt: Je früher eine Diagnose gestellt wird, umso eher kann therapiert und das Augenlicht geschützt werden. Denn ein früher Therapiebeginn ist ausschlaggebend für den Behandlungserfolg.

Wie wäre es also, im nächsten Beratungsgespräch bei Risikogruppen wie Diabetes- oder Bluthochdruckpatienten einfach einmal nachzufragen, wie lange die letzte Vorsorgeuntersuchung der Augen zurückliegt? Auch Kunden, deren Zigarettenkonsum bekannt ist, könnten auf die Risiken und die Vorsorge hingewiesen werden. Hier können Apothekenmitarbeiter einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie den Nutzen der Vorsorge erläutern.

Augenärzte empfehlen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bereits ab dem 40. Lebensjahr, auch für Nichtraucher. Bei familiären Vorerkrankungen werden jährliche Untersuchungen spätestens ab dem 50. Lebensjahr empfohlen, besser früher. Bei der Vorsorge ist Regelmäßigkeit der Schlüssel zum Erfolg. Diabetiker und Blutdruckpatienten sollten ihren Augenhintergrund jedes Jahr kontrollieren lassen, da die Gefäße im Laufe der Zeit krankheitsbedingt zwangsläufig Schaden nehmen.

Bei den Untersuchungen kommen verschiedene, schmerzfreie Methoden zum Einsatz. Um eine AMD zu erkennen, sucht der Augenarzt die Netzhaut mit einer Lupe nach Veränderungen ab (Ophthalmoskopie). Auch der Amsler-Gitter-Test kann Hinweise liefern. Hierbei schaut der Patient auf ein mit einem Raster oder Gitter bedrucktes Blatt, in dessen Mitte sich ein Punkt befindet. Während er den Punkt fokussiert, soll das umliegende Raster lückenlos und gerade aussehen. Ist dies nicht der Fall, kann das auf eine AMD hindeuten.

Zur Untersuchung des Grünen Stars kommen neben der Ophthalmoskopie auch die Tonometrie (Messung des Augeninnendrucks), eine Gesichtsfelduntersuchung und die Kontrolle des Abflusses des Kammerwassers mithilfe eines Spaltlampenmikroskops zum Einsatz.

Mehr von Avoxa