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Corona-Test für zu Hause

Wie sicher sind Schnelltests wirklich?

Inzwischen muss man nicht mehr unbedingt ins Testzentrum: Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch daheim einen Corona-Test machen. Doch wie aussagekräftig sind solche Tests?
dpa/Katja Egermeier
08.03.2021  14:00 Uhr

Antigentests suchen in Abstrich-Proben nicht nach Erbgut wie ein PCR-Test, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für das Virus sind. Die Selbsttests aus Apotheken, Einzelhandel und Discountern sind dabei mit den Schnelltests identisch. Aldi startete am Wochenende mit dem Verkauf von Testkits, bei Lidl konnten Online-Bestellungen aufgegeben werden, von heute an wollen weitere Geschäfte und Drogeriemärkte nachziehen.

Die Vorteile: Die Tests können zu Hause durchgeführt werden und das Wattestäbchen muss dabei nicht ganz so tief in die Nase geschoben werden wie bei den herkömmlichen Verfahren. Das Robert-Koch-Institut (RKI) verweist auf Studien, wonach bei richtiger Anleitung die Probenentnahme durch Privatpersonen und daraus resultierende Ergebnisse vergleichbar war mit der Entnahme durch medizinisches Personal.

Da unsachgemäße Abstriche die Aussagekraft des Tests stark einschränken können, ist die sachgemäße Durchführung jedoch von großer Bedeutung. Die Beschreibung sollte vor Durchführung des jeweiligen Tests genau studiert werden, zumal sich die verschiedenen zugelassenen Selbsttests in ihrer Anwendung unterscheiden.

Sinn und Zuverlässigkeit der Schnelltests

Der Sinn hinter den schnellen Tests ist es, neue Corona-Fälle frühzeitig erkennen. Denn der SARS-CoV-2-Erreger hat eine Eigenschaft, die die Pandemie-Bekämpfung erschwert: Infizierte können das Virus auch an andere weitergeben, wenn sie (noch) keine Symptome der Krankheit Covid-19 zeigen. Vor solchen Fällen sollen die Tests schützen helfen.

Doch wie zuverlässig sind die Ergebnisse? Studien zeigen, dass Antigen-Schnelltests prinzipiell weniger zuverlässig sind als die für die offizielle Corona-Statistik berücksichtigten PCR-Tests. Dabei sind zwei Werte bedeutend: die Sensitivität und die Spezifität. Die Spezifität gibt an, wie viele Nicht-Infizierte korrekt ein negatives Ergebnis erhalten. Die Sensitivität wiederum gibt den Anteil der mit dem Virus Infizierten an, die tatsächlich korrekt ein positives Testergebnis erhalten.

»Ein negatives Ergebnis im Antigen-Test schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt«
Robert-Koch-Institut

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat diesbezüglich Mindestanforderungen für Antigentests festgelegt: Die Spezifität muss über 97 Prozent liegen, das heißt mindestens 97 von 100 Gesunden müssen als solche erkannt werden. Die Sensitivität soll größer als 80 sein, das heißt mindestens 80 von 100 Infizierten muss der Test erkennen.

Bei allen sieben Selbsttests (Stand 6.3.), die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bislang zugelassen hat, liegt die Spezifität den Herstellerangaben zufolge bei mindestens 98 Prozent. Es kann demnach in einigen Fällen zu falsch-positiven Ergebnissen kommen – was sich dann durch die unabdingbare Prüfung durch einen genaueren PCR-Test herausstellt. Die Sensitivität liegt bei den bisher zugelassenen Selbsttests nach Herstellerangaben und BfArM-Stichproben bei gut 95 Prozent.

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