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Zwischen Auflehnung und Abnabeln

Wie Teenies gesund essen

Auf Calcium achten

Als weiterer kritischer Nährstoff entpuppte sich der Knochenbaustein Calcium. Den empfohlenen Wert erreichten nur knapp 46 Prozent der Veganer, 56 Prozent der Vegetarier und rund zwei Drittel der Mischköstler. Da der Prozess des Knochenaufbaus noch bis zum 30. Lebensjahr stattfindet, ist Jugendlichen anzuraten, ihre Calciumversorgung mit calciumreichem Gemüse, angereicherten Milchersatzprodukten und calciumreichem Mineralwasser zu verbessern. Unzureichend stellte sich auch unabhängig von der Ernährungsweise die Versorgung mit dem Spurenelement Jod dar, bei Veganern fiel sie aber besonders niedrig aus. Daher sollten bei allen jungen Menschen vermehrt jodiertes Speisesalz sowie mit diesem Salz hergestellte Produkte zum Einsatz kommen sowie gelegentlich jodreicher Fisch. Durch Anreicherung des Tierfutters tragen auch Milchprodukte und Eier zur Jodversorgung bei.

Viele Mädchen zwischen 10 bis unter 18 Jahren zeigten eine geringe Vitamin-B12-Zufuhr. Vitamin B12 kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, Veganer müssen es über Supplemente ergänzen. Ob die Versorgung ausreicht, sollte mit regelmäßigen Blutkontrollen überwacht werden. Die VeChi-Youth-Studie macht deutlich, dass sich bei einer überwiegend oder rein pflanzlichen Ernährung nicht automatisch eine Fehlernährung entwickeln muss. Voraussetzung ist allerdings eine abwechslungsreiche Ernährung, die besonders auf die Zufuhr an Vitamin B12-Supplementen, Calcium und Jod achtet. Hilfreich ist dabei, wenn sich die Eltern gut auskennen und gemeinsam mit ihrem Nachwuchs das Essen planen oder eine Ernährungsfachkraft zu Rate gezogen wird, um den Speiseplan ausgewogen zu gestalten. Die Studienergebnisse zeigen aber auch, dass bei den Mischköstlern ebenfalls Verbesserungsbedarf besteht und mehr Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte auf den Tisch kommen sollten.

Abnabeln vom Familientisch

Auch wenn Tendenzen hin zu einer stärker pflanzenorientierten Ernährung erkennbar sind, landen ohne Frage bei den meisten Jugendlichen häufig auch ungünstige Lebensmittel auf dem Teller. Denn das Abgrenzen vom Essen am Familientisch gehört ein Stück weit zum Erwachsenwerden dazu. Im Alltag bekommt das Familienessen einen immer geringeren Stellenwert. Bedingt durch längere Schulzeiten mit Nachmittagsunterricht sowie Musikstunden oder Sport findet die Versorgung zwangsläufig vermehrt außerhalb statt. Befragungen zeigen, dass Essen dabei häufig nebenbei stattfindet und die Gesellschaft von Freunden – der sogenannten Peer-Group – an Bedeutung gewinnt. Heranwachsende wollen sich ausprobieren und die Traditionen aus dem Elternhaus auch bewusst brechen. Das erklärt die große Beliebtheit von Fastfoodketten mit einem auch für Jugendliche erschwinglichen Angebot.

Zuhause muss es in vielen Familien oft schnell gehen, weil die Eltern berufstätig sind und im Alltag keine Zeit für aufwendiges Kochen bleibt. Zwar wächst die Zahl an Schulmensen, und die Möglichkeit für ein warmes Mittagsessen hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Doch zur Abgrenzung gehört, dass Jugendliche dieses Angebot oftmals verschmähen und mit ihren Freunden lieber zum Dönerimbiss in die Stadt gehen. In vielen Familien kommen in dieser Phase daher häufiger Fertiggerichte wie die klassischen Tiefkühlpizza auf den Tisch, die die Jugendlichen sich dann zubereiten, wenn es in ihren Zeitplan passt.

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