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Coronavirus-Pandemie

Wird im Sommer alles besser?

Sobald die Temperaturen steigen und die Sonne sich blicken lässt, haben es Grippe- und andere Erkältungserreger immer schwerer. Aber gilt das auch für das neue Coronavirus? Rettet uns der Sommer? Experten sehen vor allem ein Problem.
dpa
01.05.2020
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Ganz am Anfang der Coronavirus-Pandemie hörte man immer wieder: Wärme, Sonne und UV-Licht sollen das Virus eindämmen. Wird im Sommer also alles besser? »Das wüssten wir auch gerne«, sagte Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI). Einen »gewissen Effekt« werde es geben, die fehlende Grundimmunität der Bevölkerung sei aber ein solcher Vorteil für das Virus, dass es sich weiter verbreiten werde.

Einen »kleinen Effekt«, der aber nicht signifikant sei, erwartet der Leiter der Virologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Thomas Schulz. Auch Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie der München Klinik Schwabing, rechnet mit einem leichten Abflauen im Sommer, mahnt aber: »Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass wir durch die höheren Temperaturen ein Verschwinden des Virus erreichen werden.«

Nach Angaben von Melanie Brinkmann, Professorin am Institut für Genetik an der Technischen Universität Braunschweig, und des Virologen Professor Friedemann Weber aus Gießen kann das Virus auf Oberflächen mit direkter Sonneneinstrahlung durch Wärme zerstört werden. Der UV-Anteil des Sonnenlichts könne seine Erbsubstanz schädigen.

Nicht mit Grippe vergleichbar

Das Problem: Im Prinzip gebe es den Effekt des Sommers zwar, das zeige der übliche Verlauf der Influenza, der Grippe, sagte Schulz. Aber die Chance für das neue Coronavirus, sich in einer Bevölkerung, die weitgehend nicht immun sei, zu vermehren, sei weitaus besser. Die Dosis an UV-Licht, die draußen vorkomme, habe wenig Einfluss. Brinkmann und Weber erklärten dagegen, die mit SARS-CoV-2 verwandten Coronaviren des Menschen seien im Winter am aktivsten: »Wir hoffen daher, dass dies auch auf Sars-CoV-2 zutrifft.«

Aufgrund der weitgehend fehlenden Immunität gegen das neue Coronavirus reichten alle Nachteile des Sommers für das Virus nicht aus, um es zurückzudrängen, sagte auch RKI-Sprecherin Glasmacher. Sie verwies auf den Schweinegrippeerreger H1N1, der im April 2009 ausgebrochen sei und viele Grippefälle auch im Sommer – und bis weit ins folgende Jahr – ausgelöst habe.

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