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Schmerztherapie

Opioide: Wirksame Medikamente, gefährliche Suchtmittel

Ein Risiko einer Dauertherapie mit Opioiden ist die Toleranzentwicklung. Um den erwünschten analgetischen Effekt zu erhalten, ist dann eine erhöhte Dosis erforderlich. Patienten erleben durch die Arzneimittel auch eine »angenehme Gleichgültigkeit«. Auf diese folgt vor allem bei nicht-retardierten Präparaten eine leicht euphorisierende Wirkung. Die Folge der »angenehmen Gleichgültigkeit« ist eine Antriebs- und Interessenminderung, Betroffene vernachlässigen ihre beruflichen und privaten Verpflichtungen und fallen ihrem sozialen Umfeld durch mangelnde Empathie auf.

Auch auf körperlicher Ebene zeigen sich zahlreiche unerwünschte Wirkungen, etwa Sedierung, Schwindel, Obstipation, Schläfrigkeit, Bradykardie, Mundtrockenheit und Miosis. Lebensbedrohlich können Überdosierungen sein. Sie können neben einer Atemdepression auch einen Herz-Kreislauf-Stillstand hervorrufen.

Tageshöchstdosis beachten

Gemäß der offiziellen Lehrmeinung in der Schmerztherapie machen Opioide nicht abhängig. Richtig ist jedoch allenfalls, dass es unter der Einnahme von Opioiden aller Darreichungsformen, einschließlich Pflaster, in der Schmerzbehandlung kein »Craving«, also kein unstillbares Verlangen nach der nächsten Dosis gibt.

Bei längerer Anwendung gewöhnt sich der Körper aber an die Zufuhr, und es entsteht eine körperliche Abhängigkeit. Setzen Patienten ihr Opioid zu rasch oder gar abrupt ab, können sich verschiedene Entzugssymptome entwickeln.

»Eine Tageshöchstdosis von 120 mg oralem Morphinäquivalent sollte bei chronischen, nicht-tumorbedingten Schmerzen nur in Ausnahmefällen überschritten werden.«, sagt der Facharzt für Allgemeinmedizin. Das Paradigma, dass die Dosis so lange gesteigert werden müsse, bis Schmerzfreiheit bestehe, sei falsch, da Schmerzfreiheit bei chronischen, nicht-tumorbedingten Schmerzen durch Opioide oft gar nicht erreicht werden könne. »Überschreitet die Tagesdosis 120 mg, ist die Gefahr für Komplikationen und Abhängigkeit erhöht«, erklärt Experte Just. Ein erhöhtes Risiko, eine Sucht zu entwickeln, haben auch Menschen mit primär somatiformen Beschwerden oder einem Substanzmissbrauch beziehungsweise einer psychiatrischen Erkrankung in der Vorgeschichte.

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