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Achtung Blutsauger!

Zecken-Gefahr abwehren

Als würde SARS-CoV-2 nicht schon reichen, stehen jetzt im Frühjahr auch wieder die durch Zecken übertragenen FSME-Viren und Borrelien-Bakterien auf der Sorgenliste vieler Menschen. Mit der richtigen Strategie kann man sich gegen diese Parasiten aber gut wehren.
Annette Immel-Sehr
05.03.2021  15:30 Uhr

Zecken zählen zu den Parasiten, denn sie ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Ihre Opfer können verschiedene Tiere sein oder der Mensch. Weltweit sind ungefähr 900 Zeckenarten bekannt. Sie zählen zur Klasse der Spinnentiere, genauer gesagt zur Gruppe der Milben. In Deutschland kommen vor allem die folgenden Arten vor: Gemeiner Holzbock, Auwaldzecke, Taubenzecke, Schafzecke, Igelzecke und Braune Hundezecke. Von diesen interessieren sich vor allem der Gemeine Holzbock und gelegentlich die Auwaldzecke für den Menschen als Wirt. Feuchtigkeit und Wärme bieten Zecken ideale Lebensbedingungen. Aktiv sind sie ab einer Temperatur von etwa 8 °C. Das bedeutet, dass hierzulande von März bis November mit Zeckenstichen zu rechnen ist, in warmen Wintern sogar ganzjährig.

Drei bis vier Mahlzeiten im Leben

Zecken durchlaufen drei Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe und erwachsene Zecke. Für jeden Entwicklungsschritt benötigen sie eine Blutmahlzeit, die weibliche Zecke braucht noch eine weitere Mahlzeit für die Eiablage. Zecken stechen also im Laufe ihres Daseins relativ selten.

Die weißen Larven des Gemeinen Holzbocks sind mit bloßem Auge kaum sichtbar. Die Nymphen messen immerhin schon etwa 1 bis 2 Millimeter. Ausgewachsene Weibchen sind 3 bis 4 Millimeter, die Männchen 2,5 bis 3,5 Millimeter groß. Diese Angaben beziehen sich auf das Aussehen vor der Mahlzeit, vollgesogen mit Blut schwillt der Gemeine Holzbock auf über einen Zentimeter an. Der Saugvorgang dauert drei bis sieben Tage. Im Extremfall brauchen Zecken sogar zwei Wochen, bis sie satt sind. Bis zu 3000 Eier legt das Weibchen in abgefallenes Laub auf dem Boden ab. Danach stirbt es, das Männchen stirbt bereits nach der Befruchtung.

Der Gemeine Holzbock hat keine Augen. Seinen Wirt nimmt er über dessen Geruch, Körperwärme und das Kohlendioxid in der Atemluft wahr. Zecken, die auf einen Wirt warten, sitzen meist im hohen Gras oder an Büschen. Streift der Wirt die Zecke, reagiert sie in Sekundenschnelle: Mit ihren Krallen an den Vorderbeinen setzt sie sich an der Haut, dem Fell oder der Kleidung fest. Von dort wandert sie über den Körper und sucht sich eine dünnhäutige, feuchte und gut durchblutete Stelle zum Blutsaugen. Wenn die Zecke vollgesogen ist, lässt sie sich einfach von ihrem Wirt abfallen. Den Zeckenstich bemerkt der Wirt in der Regel nicht. Denn die Zecke sondert schon während des Stechens ein Betäubungsmittel ab. Des Weiteren enthält der Speichel Substanzen, die die Blutgerinnung hemmen.

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