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Achtung Blutsauger!

Zecken-Gefahr abwehren

Tests auf Borrelien

Derzeit gibt es zwei Arten von Borrelien-Schnelltests auf dem Markt: Sie prüfen entweder auf Antikörper im menschlichen Blut oder auf das Vorkommen von Borrelien in einer Zecke. Der Nutzen beider Tests ist begrenzt. Der Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut eines Menschen bedeutet, dass derjenige irgendwann einmal Kontakt mit Borrelien hatte. Ob dies aber die Ursache bestehender Beschwerden ist, lässt sich daraus nicht ableiten. Umgekehrt schließt das Fehlen von Antikörpern eine Lyme-Borreliose nicht sicher aus, da sie in der Frühphase einer Infektion noch gar nicht nachzuweisen sind. Wenn jedoch auch nach einiger Zeit keine Antikörper vorhanden sind, erlaubt dies immerhin eine Ausschlussdiagnose – dann beruhen Gelenkbeschwerden oder Gesichtslähmungen nicht auf einer Borreliose.

Der Zecken-Schnelltest zum Nachweis von Borrelien gibt Auskunft darüber, ob die Zecke, die jemand sich vom Körper entfernt hat, Borrelien trägt. Ob sie die Bakterien auf den Menschen übertragen hat und ob sich daraus überhaupt eine Borreliose entwickeln wird, lässt sich nicht ableiten. Bei einem Nachweis von Borrelien in der Zecke sollte der Betroffene aufmerksam auf mögliche Krankheitszeichen achten und gegebenenfalls ein Arzt aufsuchen. Eine prophylaktische Einnahme von Antibiotika wird nicht empfohlen.

Entfernen kein Kunststück

Findet man eine Zecke, die schon mit dem Saugen begonnen hat, sollte man sie alsbald entfernen. In der ersten halben Stunde geht das noch relativ leicht, danach sitzt die Zecke schon deutlich fester. Besonders gründlich gilt es, Kniekehlen, Achseln, Leiste und Genitalbereich nach Zecken abzusuchen, bei Kindern sitzen Zecken häufig am Haaransatz, im Nacken und hinter der Ohrmuschel. Übrigens: Eine Zecke gefunden zu haben, bedeutet nicht, dass sich nicht noch weitere am Körper tummeln. Also auch dann weiter alles absuchen.

Da ein Zeckenstich weder schmerzt noch juckt, bleibt er leicht unbemerkt. Ob eine Zecke sich gerade niedergelassen hat oder möglicherweise schon seit Stunden saugt, ist an der Größe der Zecke erkennbar: Ist sie klein, flach und bräunlich, hat die Mahlzeit wohl gerade erst begonnen. Ist sie dagegen rund und rötlich, saugt sie schon eine Weile. Je früher man die Spinnentiere erwischt, desto geringer ist die Gefahr, dass Borrelien übertragen wurden.

Alte Hausmittel zur Zeckenentfernung wie die Anwendung von Klebstoff und Öl sollten endgültig der Vergangenheit angehören. Sie erhöhen eher die Gefahr, dass die Zecke Erreger an den Wirt abgibt. Ein Herausdrehen mit oder gegen den Uhrzeigersinn ist ebenfalls ein sinnloser Vorschlag, da Zeckenstachel kein Gewinde haben. Zum Entfernen eignen sich eine spitze Pinzette, eine Zeckenkarte und ein sogenanntes Zeckenlasso, welches die Zecke mit einer Schlaufe umschließt.

Mit den genannten Hilfsmitteln lässt sich die Zecke hautnah fassen, durch vorsichtiges Bewegen lockern und dann langsam senkrecht herausziehen. Fehlt ein derartiges Hilfsmittel, kann man die Zecke auch vorsichtig zwischen zwei Fingernägeln packen. Wichtig ist, das Tier nicht zu quetschen, um keine Erreger in die Einstechstelle zu drücken. Manchmal klappt das Entfernen nicht auf Anhieb, und es sind mehrere Versuche erforderlich, bis die Zecke herausgezogen ist. Es kann auch sein, dass der Stechapparat beim Herausziehen in der Haut verbleibt. Dies ist kein Grund zur Sorge: Der Körper wird ihn als Fremdkörper erkennen und abstoßen.

Um einer Wundinfektion vorzubeugen, sollte man grundsätzlich nach dem Entfernen von Zecken etwas Desinfektionsmittel auf die Einstichstelle auftragen. Und wohin mit dem Parasiten? Empfohlen wird, die Zecke in ein zusammengefaltetes Papier zu legen und einen Gegenstand mit Druck darüber zu ziehen, um sie auf diese Weise zu zerdrücken.

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