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Arzneipflanzenporträt

Zimt

Zimt, auch Ceylon-Zimtbaum oder Cinnamomum verum genannt, ist allseits als Gewürz bekannt. Die Arzneipflanze aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) regt den Appetit an, und wird als Nahrungsergänzungsmittel bei Typ-2-Diabetes angeboten. 
Annette Immel-Sehr
18.10.2019
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Merkmale

  • 6 bis 12 m hoher immergrüner Baum
  • ledrige ovale Blätter
  • kleine weiße Blüten
  • eichelähnliche Früchte

Heimat

  • Indien
  • Anbau in Indonesien, Sri Lanka, Seychellen und Madagaskar

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

von Kork und darunter liegenden Schichten befreite Rinde (Cinnamomi cortex)

Inhaltsstoffe

  • ätherisches Öl mit Zimtaldehyd als Hauptkomponente
  • Catechin-Gerbstoffe
  • Kaffeesäurederivate

Anerkannte medizinische Anwendung

Appetitlosigkeit, leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Völlegefühl, Blähungen (ESCOP, Kommission E)

Empfohlene Dosierung

Tagesdosis 2 bis 4 g Zimtrinde als Teeaufguss in Mischungen mit anderen Drogen

Nebenwirkungen

  • allergische Haut- oder Schleimhautreaktionen
  • in hoher Dosis: Herzrasen, Erhöhung der Atemtätigkeit und Darmperistaltik, Schweißausbruch

Wechselwirkungen

keine bekannt

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen Zimt, Tolu- oder Perubalsam
  • Magen- und Darmgeschwüre

Abgabehinweis

Für die Anwendung von Zimtrinde während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor.

Für die Weihnachtsbäckerei

Im Lebensmittelbereich wird statt Ceylon-Zimt meist der billigere chinesische Zimt (Cassia-Zimt) verwendet. Das ätherische Öl des chinesischen Zimts (Cassiaöl) enthält mehr Zimtaldehyd als das Ceylon-Zimtöl, allerdings auch mehr lebertoxisches Cumarin.

Nahrungsergänzungsmittel in der Diskussion

In der Apotheke hat Zimt wenig Bedeutung als Phytopharmakon gegen Appetitlosigkeit. Viel häufiger wird es dagegen als Präparat bei Diabetes mellitus nachgefragt. Eine mögliche blutzuckersenkende Wirkung von Zimt bei Typ-2-Diabetes wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Zimtrindenpulver beziehungsweise wässrige Extrakte der Zimtrinde sollen die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen und somit die Aufnahme der Blutglucose in die Zellen erhöhen. Es gibt einige kleinere Studien mit Typ-2-Diabetikern, die auf einen positiven Einfluss von Zimt auf die diabetische Stoffwechsellage hinweisen. Allerdings reichen die Befunde nicht für eine allgemeine Empfehlung zur Anwendung bei Diabetikern. Entsprechende Präparate sind als Nahrungsergänzungsmittel im Handel, eine Zulassung als Arzneimittel besitzen sie nicht.

Beispiele für Monopräparate

  • Alsidiabet
  • Diabetruw Zimtkapseln

Beispiele für Kombipräparate

  • Dia Orthim
  • Nobilin Gluco Zimt
  • Regulatpro Glukoaktiv
  • Zirkulin Zuckerstoffwechsel Zimt Plus

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