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Rezeptur

ZL-Ringversuche als Lerninstrument

Woher weiß die PTA, ob ihre angefertigten Rezepturen qualitativ hochwertig sind? Indem sie an ZL-Ringversuchen teilnimmt, lautete die Antwort einer Diskussionsrunde bei der Expopharm Impuls am gestrigen »Rezeptur-Mittwoch«.
Elke Wolf
08.10.2020  15:26 Uhr

Rezepturen sind die ureigenste Disziplin der PTA und Apotheker und stellen ein Alleinstellungsmerkmal der Apotheken vor Ort dar. Also ist es nur folgerichtig, sich dafür eine hohe Kompetenz anzueignen. Das sei kaum besser möglich als mit Ringversuchen, warb Dr. Sandra Barisch, Moderatorin und Apothekerin, für die Dienstleistung des Zentrallabors (ZL) in Eschborn. »Ringversuche sind ein wichtiges Lerninstrument.«

Das konnte Professor Dr. Mona Tawab, stellvertretende wissenschaftliche ZL-Leiterin, nur bestätigen. »Das ZL ist keine Kontrollbehörde, sondern wir wollen die Möglichkeit bieten, eigene Herstellungsprozesse zu optimieren und kontinuierlich die Qualität in der Rezeptur zu verbessern. Denn einen besseren Lehrer als die Praxis gibt es nicht. Die Statistik bestätigt den Lerneffekt.« Durch den Erwerb eines Zertifikats kann die Kompetenz gegenüber der Konkurrenz oder des Kunden dokumentiert werden.

Die Statistik zeige eine stetig wachsende Teilnehmerzahl, berichtete Tawab aus 15 Jahren Erfahrung mit den ZL-Ringversuchen. »Wünschenswert wären natürlich 100 Prozent, die Ressourcen dazu hätten wir!« Derzeit machen rund 6800 Apotheker unter PTA bundesweit mit. Darunter sind nicht nur die Mitarbeiter öffentlicher oder Klinik-Apotheken; zusätzlich bietet das ZL diesen Service auch Auszubildenden in PTA-Schulen und Universitäten an.

Die Novellierung der Apothekenbetriebsordnung 2012 empfiehlt, einmal jährlich an einer externen Qualitätsprüfung teilzunehmen. »Insofern können die Ringversuche als offizieller Bestandteil der Apothenbetriebsordnung gelten.« Dabei sei es nicht die Intension des ZL, bei der Anfertigung der vorgegebenen Rezeptur konkrete Herstellungsmethoden vorzugeben, sondern »Sie sollen aus den realen Bedingungen im Alltag lernen und bei Bedarf optimieren«. Dazu können etwa DAC/NRF, vom Ringversuch unabhängige ZL-Veröffentlichungen, Wissen von ZL-Workshops oder einschlägige Fachliteratur als Hilfesteller genutzt werden.

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